Geotge und David waren die ersten Computer zum Kartenzählen bei Blackjack

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 4

Keith Taft – Ein weiterer, eher weniger bekannter Name, der großen Einfluss auf das Black Jack Spiel hatte. Er war Ingenieur, Computerspezialist und Erfinder. 1970 schuf er seinen ersten Blackjack-Computer, noch bevor Ken Uston vier Jahre nach der Veröffentlichung des zweiten Thorp-Buches auf der Bühne erschien. Dieser Computer mit dem Namen „George“ wurde von Ustons Teams verwendet.

Eine grandiose Leistung, wenn man bedenkt das es zu dieser Zeit überhaupt keine Computer wie wir sie heute kennen gab, ganz zu schweigen von der Miniaturisierung der heutigen PC´s, Tablets und Smartphones. Die erste Version von Taft´s Computer verwendete einen 16-Bit-Prozessor, einen manuell erstellten Speicher und ein manuell verkabeltes Programm. Der Zusammenbau und das Debuggen der Software dauerten rund zwei Jahre. Er schützte sein Gerät mit einem Kupferschirm vor möglichen elektronischen Störungen und versteckte es in seinen Stiefeln.

Anfangs funktionierte alles perfekt und er gewann viel Geld. Mit der Zeit schlich sich jedoch Langeweile ein, und das brachte ihn dazu, dass „Alleine“ Spielen aufzugeben. Keith überlegte ein Buch zu schreiben, doch dann kamen professionelle Spieler auf ihn zu und offerrierten Ihm zu helfen leistungsfähigere Computer zu entwickeln. Die Rechnung ging voll auf, schon nach einigen Jahren bot Keith einen wesentlich kleineren und leistungsfähigeren Computer an.

Die Basis dieses Gerätes war ein Z80-Prozessor. Keith baute ihn in einen Taschenrechner ein. Diese Version von „George“, die später in „David“ umbenannt wurde, fiel auch Ken Uston auf. Keith stellte zusammen mit seinem Bruder mehrere solcher Computer für sein Team her. Der Erfol war gigantisch, Uston´s Team verdoppelte ihr Kapital in nur einer Woche. In zwei Wochen verdreifachte sich ihr Kapital sogar… Dann wurden sie gefasst, dass Geld und der Computer beschlagnahmt. Ustons Anwalt in dem Fall war übrigens Oscar Goodman – der später auch Bürgermeister von Las Vegas wurde.

Das Projekt „David“ brach mit der Zerschlagung von Uston´s Team zusammen. Das Ende war dies jedoch noch lange nicht, denn Keith entwickelte eine völlig neue Generation von Geräten, ausgeklügelter, kleiner und geheimer, jedoch ohne Ken Uston mitwirken. Kompliziertere Computer erforderten neue Prozessoren und größeren Speicher. Neue Investitionen der Profi-Spieler und des „Thor“ Projekts brachten Taft und Spielern gutes Geld ein. Außerdem blieben diese Computer in den Casinos unbemerkt. Keith schuf ein Schutzsystem welches das Konzept des modernen „elektronischen Schlüssels“ den wir heute kennen, sehr ähnlich war.

Seine Entwicklung war auch das „7-Up“ -Schema, dass 7 (!!) Spieler am Tisch mit dem Netzwerk verband. Jeder hatte einen eigenen Computer der mit dem Netzwerk verbunden war. Eigentlich eine unfassbare Leistung, dieser Typ hat 1982 bereits Computernetzwerke erstellt, noch bevor Microsoft Computer-Server hergestellt hat…

Als die ersten Videokameras erschienen sind, fing Keith an Satelliten- und Radiosignale in sein Projekt einzubinden. Dann kam aber wieder ein herber Rückschlag, Verhaftung und Vorwurf des Betrugs. Auch diese Anklage wurde abgewiesen, und so folgte ein neues Hightech-Projekt.

Schließlich, als die Verwendung von Computern in den Casinos in den USA als illegal galt, hörte Keith auf Blackjack zu spielen. Jetzt lebt er in seinem Haus und arbeitet in seinem Labor. Die Frage ist, woran?

Gemeinsam wird es einfacher.
Der Blackjack-Boom in den 70er und 80er Jahren der durch die öffentliche Bekanntheit der Teamspiel-Methoden ausgelöst wurde, trug massgeblich zur Bildung von großen Blackjack-Teams bei. Das bekannteste war wahrscheinlich das Team des Massachusetts Institute of Technology – das MITTeam. Ihr Ansatz war innovativer als der der anderen Teams. Anstatt Leute mit Geld anzuheuern, lehrten die Leiter des Teams die Studenten das Kartenzählen, und somit das Spiel zu ihren Gunsten zu beinflußen. Sie boten Blackjack sogar als Zusatzeinkommen während der Sommerferien an. Der Enthusiasmus war so groß, dass manche gerne in den Hörsälen Ankündigungen mit der Aufschrift „Blackjack-Spieler gesucht!“ gepostet hätten. Dem war Gott sei Dank nicht so…

Anfangs war das Team klein, aber das Management zog große Mittel von externen Investoren an, und so wurde das Projekt am Ende sehr groß. Diese jungen Männer und Frauen lebten quasi ein Doppelleben, fünf Tage die Woche besuchten sie Vorlesungen und aßen in der Mensa des Campus. Am Wochenende jedoch flogen sie nach Las Vegas. Dort spielten Sie Black Jack mit 10.000 Dollar Einsätzen, wohnten in Luxusapartments und fuhren in Limousinen, alles auf Kosten der Casinos.

Das MIT-Team war möglicherweise das erfolgreichste Team in der Geschichte des Kartenzählens bei Blackjack. In wenigen Jahren haben sie rund 10 Millionen Dollar gewonnen. Mit der Zeit wurde es allerdings immer enger für das MIT-Team. Erstens hat sich das Risiko von Seiten der Casinos erhöht, denn Spieler die oft und viel gewonnen haben wurden überwacht. Es dauerte nicht lange und die Casinos fanden heraus, dass die größten Gewinner allesamt Studenten des MIT waren. Was folgte war klar, ihre Namen wurden landesweit auf die schwarze Liste gesetzt.

Aber das war noch nicht das schlimmste, denn ein Verräter war im Team. Einer der Spieler im MIT-Team verriet für „die dreißig Silberlinge“ alle Mitglieder des Teams an den Casino-Sicherheitsdienst. Außerdem wurde ein Teil des Geldes sogar gestohlen. Das verursachte den Zusammenbruch des Teams. Obwohl es in verschiedenen neuen Formen wiederbelebt wurde, waren sie nicht mehr so ​​erfolgreich wie zuvor. Am MIT kursieren allerdings Gerüchte, dass das Team nach wie vor aktiv ist…

Ehemalige Gründer und Manager des Teams sind heute sehr berühmte Persönlichkeiten. Semyon Dukach ist im Verkauf und Einkauf von Internetfirmen tätig, führt Seminare über Blackjack durch und Andy Bloch wurde ein professioneller Pokerspieler.

Haben Sie die ersten drei Teile versäumt?

Hier können Sie alle nachlesen:

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 1

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 2

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 3

Den fünften und letzten Teil können Sie hier lesen

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 5

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite für Sie zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.