Kartenzählen bei Black Jack System

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 3

Die Gladiatoren
Die mathematischen Entwicklungen der Spielpioniere und die Schaffung einfacher und effizienter Zählsysteme haben das Erscheinen einer großen Zahl von professionellen Spielern und Blackjack-Experten ausgelöst.

Revere erfand ein neues einfaches Zählsystem und beschrieb zunächst die Methode, die aktuelle Punktzahl auf die reale zu reduzieren. Stanford Wong erweiterte und verbesserte das Hi-Lo-System und entwickelte auch das Halves-System. Lance Humble, Brison, Gordon, Harvey Dubner – all diese Giganten haben einen großen Beitrag zur Entwicklung der Zählmethoden geleistet.

In den späten 70ern gründete der professionelle Spieler Al Francesco wahrscheinlich das erste Blackjack-Team in der Geschichte. Er stellte Black Jack Enthusiasten ein, brachte ihnen das Zählsystem von Lawrence Revere bei und schickte sie zum Spielen. Er erfand das Prinzip des „BIG PLAYER“ und setzte es in die Praxis um. Der „Trick“ war es, dass ein Teil des Teams unbeholfen und niedrig spielte, die andern im Team sich als betrunkene und wohlhabende „Fische“ ausgaben und hohe Einsätze auf die von den ersteren gegebenen Signale machen.

Zu diesem Team gehörte auch Ken Uston. Uston war zu dieser Zeit der Vizepräsident der Fondsabteilung an der Börse. Nachdem er Revere kennengelernt hatte, verließ er die Börse und wechselte sein strenges Outfit gegen lange Haare, goldene Ketten und Seidenhemden mit riesigen Kragen, ganz im Stil dieser Zeit.

Uston spielte ziemlich lange und mit unterschiedlichem Erfolg für Francescos Team, aber sein Ego hielt es nicht aus ständig unter dem Druck des Teams zu stehen. Er hatte eine sehr hohe Meinung von sich selbst und wollte in allem der Erste sein. Er verließ Francescos Truppe und schrieb mehrere Bücher über seine Abenteuer. Seine Bücher sprengten die Glücksspielwelt.

Das Buch „THE BIG PLAYER“ enthüllte die Geheimnisse des Teamspiels. Das Buch „Million Dollar Blackjack“ ist teilweise mit unglaublichen Geschichten gefüllt, die die technischen Aspekte und auch verschiedene Kartenzählsysteme erklären. Uston ließ die Leute glauben, dass man beim Blackjack das Casino schlagen kann und tatsäclich Millionen von Dollar damit verdienen kann. Auch hat er beschrieben wie Casinos auf die professionellen Spieler reagieren, Hausverbote, Schwarze Listen, Spezielle Spielregeln und sogar falsche Anschuldigungen einzelner Personen waren als Gegenmaßnahmen aufgelistet. Uston selbst war auf der ganzen Welt auf den „schwarzen Listen“ der Casinos, der Grund dafür war, dass er mit seinen verschiedenen Teams ungefähr 8 Millionen Dollar gewonnen hatte.

Übrigens waren Al Francesco und viele andere Spieler von Ustons Aktion die Methoden des Spiels zu veröffentlichen nicht begeistert, da diese Informationen sehr Wertvoll waren und damals eben nur wenigen Menschen zur Verfügung standen. Aber Uston wäre nicht er selbst, wenn er es nicht getan hätte.

Der nächste Ausbruch seiner Popularität war Anfang der 80er Jahre, als Ken das Verfahren gegen ein Casino in New Jersey (Resorts International Hotel Inc.) gewann. Seitdem ist kein Casino in New Jersey (im Gegensatz zu beispielsweise Las Vegas in Nevada) berechtigt einer Person die Karten zählen kann, das Spielen zu verbieten. Andererseits hat dieses Urteil die Regeln in Nevada viel schlimmer gemacht.

Die nächste Welle des Kampfes zwischen dem Casino und den Kartenzählern entstand auch in der Ära von Uston. Die Casinos erkannten das ein gut finanziertes Team von Profis große Verluste verursachen kann. Als Reaktion darauf wurden die Multideck-Spiele eingeführt und häufiges Mischen der Karten ka ebenfalls in Mode. Auch das gesamte Regelwerk wurde überarbeitet, und einige Regeln die den Kartenzählern zugute kamen, wurden einfach gestrichen. Es entstanden zu dieser Zeit sogar spezielle Detektivagenturen, die die Profispieler ausspionierten, die notwendigen Informationen über sie sammelten, die dann an die Casinos verkauft wurden.

Uston passte sich diesen neuen Regeln an indem er immer neue Methoden entwickelte. Er benutzet Make-up um sein Äußeres zu verändern, rekrutierte immer neue Leute in seinen Teams und begann nun auch im Ausland zu spielen. Er schrieb neue Bücher, neue Artikel und entwickelte neue Zählsysteme. Übrigens hat Ken aus reinem Interesse auch ein Buch über die optimale Spielstrategie für Pac-Man (das Videospiel) geschrieben.

Eines der skandalösesten Projekte von Kenny war es, als sein Team Computer nutzte um die Casinos auszutricksen. Sie verwendeten am Körper und in den Schuhen versteckte Mikrochips, die den aktuellen Kartenwert im Spiel genauer berechneten als jede andere „menschliche“ Strategie es je konnte, und dem Spieler die notwendigen Signale gaben. Seine Teams hätten beinahe mehrere Casinos ruiniert, wenn nicht nach einer Weile die Computer beschlagnahmt, Mitglieder der Teams verhaftet und des Betrugs beschuldigt worden wären. Die Experten, einschließlich die des der FBI, konnten jedoch die Betrugsvorwürfen nicht nachweisen, und die Anschuldigungen mussten zurückgezogen werden. Aber schon zwei Wochen nach diesem Urteil hat der Oberste Gerichtshof der USA und des Bundesstaates Nevada, die Verwendung von Computergeräten in Casinos für illegal erklärt …

Ken Uston war ein genialer Typ, das Herz des Unternehmens, ein erstklassiger Jazzmusiker, der von Frauen und der Presse geliebt wurde. Er hatte große Pläne, er wollte einen Film machen, neue Bücher schreiben, und mit Sicherheit neue Projekte zum Thema Blackjack angehen. Sein Leben endete 1983 plötzlich, und die Version das Casinos in seinen Tod verwickelt waren, ist bis heute nicht vom Tisch.

Wenn Sie die ersten beiden Teile versäumt haben, hier sind sie:

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 1

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 2

Den vierten und fünften Teil können Sie hier lesen:

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 4

Die Geschichte des Glücksspiels, oder wie die Spieler gelernt haben Karten zu zählen – Teil 5

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